Paraguay nach der Corona Krise

Bulle oder Bär

Paraguay nach Corona ist vor der Wirtschaftskrise

Der Virus SARS_CoV2 hat sich als weit weniger gefährlich erwiesen, als viele Politiker und die Massenmedien es verbreitet haben. Trotzdem wird dieser Virus, oder besser gesagt die Konsequenzen der Eindämmungsmaßnahmen, noch lange unser Leben verändern. Bevor wir uns mit der Zukunft beschäftigen, werfen wir zuerst einen Blick zurück, wie es dazu gekommen ist und wo Paraguay nach der Corona Krise steht.

Paraguay in Quarantäne

In Paraguay wurde vom Präsidenten der Republick, Herrn Mario Abdo Benítez, am 10. März der “Aislamiento Preventivo General” (Gesundheitsnotstand) auf dem gesamten Staatsgebiet erklärt. Dieser wurde am 20. März zur “totalen Quarantäne” verschärft. Erst war diese Maßnahme bis 12. April befristet, wurde aber in der Folge bis zum 3. Mai ausgeweitet. Man kann sagen, für ganze 2 Monate war in Paraguay totaler Stillstand.

Während dieser totalen Quarantäne durften die Menschen nicht einmal das Haus verlassen. Spazierengehen oder Sport waren nicht gestattet. Arbeiten war nicht gestattet, außer vom “Home-Office” aus. Eine Kurzarbeitsregelung im Sinne von 90% Gehalt bei 100% Freizeit wie in Teilen Europas gab es so nicht. Viele Menschen im Land hatten in dieser Zeit kein Einkommen. Nicht wenige arme Familien mußten wortwörtlich Hunger leiden. Das war kein Witz, auch hier in der Stadt Mbocayaty (Sitz von Paraguayprofis) gab es Ausspeisungen für die ganz Armen, damit diese wenigstens 2x pro Woche ein gutes und warmes Essen bekamen. Für viele Menschen im Land war diese Quarantäne eine schwere Zeit.

Paraguay als Vorbild für ganz Südamerika

Was die Krankheit Covid-19 und den Virus SARS_CoV2 angeht, waren diese harten Maßnahmen jedoch sehr erfolgreich. Paraguay hat insgesamt 11 Tote durch oder mit Covid-19 zu beklagen. Diese sehr geringe Zahl an Opfern wird international als großer Erfolg gewertet. In der Folge wurde Paraguay für seine harte Eindämmungspolitik bereits mehrfach gelobt. Aber zu welchem Preis? Gut, es wurden vermutlich Menschenleben gerettet. Wieviel genau, ist schwer zu sagen, weil die Maßnahmen ja erfolgreich waren. Die Regierung hat ihre Sicht: “ansonsten hätten wir 15.000 Corona Tote gehabt”, während ich mir da nicht so sicher bin. Aber, wie dem auch sei, es wurden Fakten geschaffen und in Paraguay nach Corona zahlt die Wirtschaft den Preis.

Leitzins in Paraguay jetzt bei 1,25%

Von Beginn der Corona Krise an hat die Zentralbank von Paraguay (BCP) sehr entschieden reagiert. Es wurden in den regulären und auch zwei außerordentlichen Sitzungen jeweils die Zinsen drastisch reduziert. Der aktuelle Satz von 1,25% wurde in der Sitzung am 22. April beschlossen und am 21. Mai bestätigt. Dies ist der geringste Leitzins in der Geschichte. Niemals zuvor war der Zins in Paraguay unter 3% gewesen. Paraguay nach der Coronakrise befindet sich, was Zinsen angeht, auf absolutem Neuland.

Keine Liquiditätskrise bei den Banken

Durch diese Geldflut ist kurzfristig bis mittelfristig eine Liquiditätskrise im Bankensektor vom Tisch. Während der Quarantäne waren die Banken ja durchgehend geöffnet und haben die Menschen mit Geld versorgt. Der Kredit fließt im Lande Paraguay, jetzt mehr denn je.

Für Paraguay spricht, daß wir vor der Krise hier im Land ein relativ hohes Zinsniveau hatten und von daher diese Senkung genau den wirtschaftspolitischen Vorgaben entspricht. Nach dem Lehrbuch der Volkswirtschafslehre wird bei einer Krise ja der Zinssatz gesenkt und die Banken sowie die Börse mit frischem Geld versorgt. Eine Liquiditätskrise (also ein Mangel an Geld) kann damit erfolgreich verhindert werden.

Kooperativen und die Solvenzkrise

Die Kooperativen sowie die kleinen und mittleren Unternehmen können davon jedoch nur träumen. Diese Unternehmen müssen die volle Last ganz alleine tragen. Mit staatlicher Hilfe ist nicht zu rechnen, und auch das billige Geld der Zentralbank ist nicht in Reichweite. Von den über 1000 Kooperativen im Land werden viele diese jetzt anrollende Wirtschaftskrise nicht überleben. Menschen, die 2 Monate ohne Einkommen zu Hause waren, werden nämlich eher nicht in der Lage sein, pünktlich ihre Kreditraten zu zahlen.

Viele Familien haben Kredite laufen, welche mit dem Geld von Gastarbeitern aus Brasilien und Argentinien bedient wurden. Dieses Einkommen ist jetzt auf längere Sicht nicht verfügbar. Selbst wenn Kredite jetzt re-finanziert werden, die Laufzeiten verlängert werden, der Zinssatz gesenkt wird – das hilft wenig, wenn diese Menschen ohne Einkommen sind.  Das ist dann keine Liquiditätskrise (Mangel an Geld) mehr, sondern eine ausgewachsene Solvenzkrise. Eine Solvenzkrise liegt dann vor, wenn jemand schlicht und einfach nichts mehr hat und damit nicht kreditwürdig ist. In Europa würde man dies Konkurs oder Privatkonkurs nennen. Und genau das trifft jetzt weltweit Millionen von Menschen und kleine und mittlere Unternehmen.

Konsequenzen für Sparer und Anleger

Für Anleger wird dies Konsequenzen haben. Wer sein Geld bei Banken als CDA (Festgeld) angelegt hat, der muß sich kaum Sorgen machen. Vermutlich werden aber bei Auslaufen der aktuellen Verträge deutlich geringere Zinsen geboten. Wer sein Geld in Aktien oder Vorzugsaktien großer Firmen angelegt hat, der hat in Paraguay nach Corona auch kein Problem. Jedoch werden die Dividendenerträge dem neuen Umfeld angepaßt. So hat etwa die LCR Saeca (mit diesem Unternehmen arbeiten wir gerne zusammen) in einer außerordentlichen Hauptversammlung im Mai die Rendite für Vorzugsaktien von 15% auf 13% ab dem Jahr 2021 gekürzt. Nicht gerade das Ende der Welt, immer noch sehr gute Erträge bei überschaubarem Risiko. Dem Zentralbanksatz sei Dank! Wer sich dafür interessiert, kann solche Vorzugsaktien mit jetzt 13% über uns erwerben. Anfragen dazu bitte per email.

Bei Kooperativen oder kleinen Firmen (private Beteiligungen und dergleichen) sieht die Lage leider weniger gut aus. Gerade bei kleineren Kooperativen ist wegen fehlenden Einlagensicherungsfonds mit einem Totalausfall zu rechnen. Nicht bei allen, aber sicher bei vielen. Die großen Kooperativen werden über deren eigene Bank (Bancop) von der Zentralbank mit Liquidität gestützt. Dort sollten die Einlagen nicht in Gefahr sein, jedoch ist eine Senkung der Zinsen zu erwarten.

Die intelligente Quarantäne

Seit 4. Mai gilt in Paraguay die “intelligente Quarantäne”, welche in 4 Phasen die Rückkehr zum Normalbetrieb darstellt. In der Phase 1 von 4. Mai bis 24. Mai waren viele wirtschaftliche Tätigkeiten wieder erlaubt. Ebenso war es den Bürgern nach 2 Monaten wieder möglich, außer Haus zu gehen um zB Sport zu betreiben. In der Phase 2, welche bis 14. Juni läuft, gibt es weitere Erleichterungen, wie zB den freien Personenverkehr innerhalb der Region. Nur für längere Fahrten braucht man noch eine Begründung.

In der Phase 3 von 15. Juni bis 5. Juli werden auch wieder Sportveranstaltungen und andere soziale Events möglich sein. Ab dem 6. Juli beginnt Phase 4 mit Restaurantbesuchen, Bars und dergleichen mehr. Einen Zeitplan für ein Ende der Phase 4 gibt es noch nicht. Die Grenzen und Schulen bleiben jedoch auch in dieser Phase laut Plan noch geschlossen!

Aus aktuellem Anlaß:

Ein Deutscher Auswanderer, der viele Jahre in Paraguay gelebt hat, möchte nach Ende der Quarantäne zeitnah nach Deutschland zu seiner Familie zurück. Aus diesem Grund will er sein Grundstück mit Haus im Raum Aregua verkaufen. Er hat uns kontaktiert, ihm dabei zu helfen. Die Daten dazu finden Sie hier: Haus bei Aregua

2 Kommentare zu “Paraguay nach der Corona Krise

  1. Hallo, wir sind aus Deutschland und haben vor auszuwandern, zur Zeit sieht es ja nicht gut aus. Kann man schon jetzt irgendetwas in Angriff nehmen. Vielen Dank erst mal und liebe Grüße Sylvia Mott

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