Immobilien in Paraguay nach der Pandemie

Haus aus Euros

Wie hat sich Covid auf Immobilien in Paraguay ausgewirkt?

Immobilien werden zwar nicht krank, die Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hatten jedoch einen Effekt auf den Immobiliensektor in Paraguay. Neben den Preisen für den Kauf bzw. Verkauf von Immobilien gibt es vor allem im Bereich Vermietung starke Auswirkungen.

Eine Quarantäne mit Folgen für die Mieter und Vermieter

Die strenge Quarantäne im März und April 2020 sowie die Schließung der Grenzen und anschließende Maßnahmen im Rahmen der “intelligenten Quarantäne” hatten drastische Auswirkungen auf die Einkünfte, vor allem der Mittelklasse. Im Besonderen der Umsatz von kleineren und mittleren Unternehmen hat im Jahr 2020 sehr stark gelitten. In der Folge konnten die Menschen oft die Miete nicht mehr in vollem Umfang bezahlen. Viele Geschäfte in teuren Lagen wurden geschlossen und sind bis heute nicht wieder eröffnet worden. Auch bei den privaten Mietobjekten der Mittelklasse sind die Mieten wohl dauerhaft gesunken.

Immobilienpreise im Sinkflug

Besonders im Großraum Asunción ist durch die Maßnahmen im Jahr 2020 wohl eine kleine Immobilienblase geplatzt. In den Jahren vor Covid-19 war es sehr schwer, in der Hauptstadt bezahlbare Häuser oder Grundstücke zu bekommen. Im Jahre 2021 ist dies kein Problem mehr. Es gibt heute reichlich Angebote zu deutlich geringeren Preisen. Der Leerstand vieler Gewerbeimmobilien oder Wohnimmobilien ist sehr hoch.

Immobilien Boom in manchen Regionen durch Auswanderer

Auch abseits der Hauptstadt, im Landesinneren, sind die Preise für Immobilien in Paraguay grundsätzlich eher gesunken. Eine Ausnahme bilden die Zentren für Deusche Auswanderer, wie der Bereich Hohenau/Obligado im Süden oder der Bereich Villarrica/Independencia. Dort freut man sich über die im Laufe des Jahres 2021 stark gestiegene Anzahl von Deutschen, die hier eine neue Heimat gefunden haben. In der Folge kam es in diesen Regionen zu einer gegensätzlichen Entwicklung und teilweise sogar stark gestiegenen Preisen. Das alte Gesetz von Angebot und Nachfrage funktioniert weiterhin ganz reibungslos.

Als Auswanderer sollte man sich daher nicht zu 100% auf Deutsche Makler und Deutsche Internetseiten verlassen, da insbesondere dort die Preise stark angezogen haben. Es gibt zB bei Facebook ein großes Angebot zu marktüblichen Preisen, welche in der Regel deutlich günstiger sind.

Auch bei Mietobjekten haben wir in den Regionen mit vielen Deutschen Auswanderern genau eine gegenteilige Situation als im Rest des Landes. Durch die vielen Neuankömmlinge sind viele Hotels in der Region ausgebucht und viele “Gästehäuser” auf Monate hinaus fix vermietet. Es ist teilweise gar nicht mehr einfach für neue Auswanderer, ein Mietshaus kurzfristig zu finden.

Ein Leitzins von 0.75% seit 2020

Ein weiterer Faktor bei den Mieten ist der Zinssatz. Durch die Absenkung vom Leitzins in Paraguay auf unter 1% im Jahr 2020 sinken in der Folge auch die Zinsen für Kredite. Dadurch ist es jetzt für viele Menschen erstmals möglich, sich den Traum vom Eigenheim finanzieren zu können. Dies führt zu einer starken Bautätigkeit im ganzen Land und auf der anderen Seite zu einer geringeren Nachfrage nach Mietimmobilien.

Kreditzinsen für Immobilien in Paraguay stark gesunken

Geförderte Wohnbaukredite von der AfD sind in Paraguay im Jahr 2021 bereits ab 6.9% Zinsen verfügbar. Die AfD ist hier übrigens keine politische Partei, sondern es handelt sich dabei um die “Agencia financiera de Desarrollo” oder auf Deutsch “Agentur für Entwicklungsfinanzierung”.

In der Zeit vor Covid mußten die Leute für einen Kredit für Immobilien in Paraguay gut das doppelte von diesem Zinssatz aufbringen. Für Kredite bei Kooperativen (Banken) bzw. für Konsumkredite waren Zinsen von bis zu 32% nicht unüblich. Vor diesem Hintergrund sind auch die hohen Zinsen für Guthaben der Vergangenheit von bis zu 15% zu erklären. Im Jahr nach der Pandemie werden folglich auch bei den Zinsen für Festgeldanlagen bei Kooperativen selten über 8-9% geboten.

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