Auswandern: Checkliste für Paraguay

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Auswandern nach Paraguay

Viele Artikel und Beiträge von www.paraguayprofis.com haben Ihnen einen ersten Eindruck über das Land Paraguay verschafft. Sie haben sich für Paraguay als Ihr neues Gastland entschieden und sind jetzt dabei, weitere Schritte zu planen.

Eine Auswanderung in ein fremdes und fernes Land ist ein Schritt, den man nicht ohne Planung unternehmen sollte. Je jünger Sie sind, desto mehr Planungsfehler können Sie sich erlauben.Haben Sie die Lebensmitte schon hinter sich, dann ist es eine gute Vorbereitung doppelt so wichtig.

Die Basis für jede Planung sind die Informationen, die Ihnen zur Verfügung stehen.

Übliche Quellen zur Informationsbeschaffung sind etwa

  • TV-Sendung wie zB “Goodbye Deutschland” oder
  • Blogs von anderen Ausgewanderten sowie
  • diverse Internetforen für Auswanderer.

Alle genannten Quellen haben eines gemeinsam; Sie stellen vielleicht NICHT die Realität in Paraguay dar, wie es heute ist. TV Sendungen dienen der Unterhaltung des Publikums! Es sind keine Dokumentationen oder nehmen für sich in Anspruch, objektiv zu informieren!

Dokumente

Der erste Schritt für viele ist die Beantragung der Daueraufenthaltsgenehmigung und “Cedula” (Personalausweis). Sie können dies grundsätzlich selber erledigen, gute Sprachkenntnisse vorausgesetzt. Sind Sie nicht in der Lage sich mit einem Paraguayer ohne Probleme zu Unterhalten, dann sollten Sie sich das jedoch nicht unbedingt antun. Die Beamten hier sind weder für ihre Geduld, noch ihre ausgeprägten Sprachkenntnisse bekannt.

Ein guter Einwanderungshelfer kostet in etwa Euro 1.200,- pro Person inklusive aller Antragsgebühren. Machen Sie alles selber, zahlen sie trotzdem ein paar Hundert Euro an direkten Gebühren und haben darüber hinaus noch Kosten für Unterkunft (sie werden einige Tage länger für alles brauchen), Kosten für die Fahrten nach Asuncion und Ihre Verpflegung. Sind Sie über 30 und diese Ausgaben sind eine übermäßige Belastung für Ihr knappes Budget, dann sollten Sie sich die Idee nach Paraguay zu kommen gut überlegen.

Paraguay ist kein Sozialstaat und hier wird Ihnen nichts geschenkt. Finden Sie keine Arbeit oder reicht der Verdienst nicht zum Leben, dann hilft Ihnen hier keiner. Es gibt kein Amt zu dem Sie gehen können und nicht einmal die Botschaft wird sich zuständig sehen Ihnen ein Rückflugticket zu zahlen!

Autokauf

Der nächste Punkt auf der Liste vieler Neuankömmlinge ist der Autokauf. Dabei soll oft alles “schnell gehen” und man vertraut Versprechungen oder prüft den Zustand des Fahrzeuges nicht gründlich genug. Klar, in Deutschland gibt es einen TÜV und jedes Auto mit Zulassung ist grundsätzlich bereits geprüft und in Ordnung. Im weitesten Sinne versteht sich.

Nicht so in Paraguay, ganz im Gegenteil!

Kaufen Sie einen Gebrauchtwagen, können Sie davon ausgehen, der letzte Besitzer ist ohne Service oder Reparatur gefahren, bis es absolut nicht mehr ging. Dann hat er einen “Auto-Friseur” beauftragt, das Fahrzeug oberflächlich aufzuhübschen, daß die vielen Probleme nicht auffallen. In Paraguay ist es schwer, beim Kauf eines Gebrauchtwagens NICHT über den Tisch gezogen zu werden. Wenn Sie sich Ärger ersparen wollen, und es sich finanziell ausgeht, kaufen Sie sich einen Neuwagen!

Immobilien

Nach dem Autokauf kommt oft der Erwerb von Land oder Haus. Über das Thema Mieten oder gleich kaufen haben Sie sich ja schon informiert. Bevor Sie sich für ein Objekt entscheiden, tun Sie sich selber einen großen Gefallen und sparen Sie nicht an der falschen Stelle. Ich scherze nicht, wenn ich Ihnen erzähle, daß es Leute gibt, die ihr Haus auf fremdem Land gebaut haben. Es ist auch kein Witz, daß manche Leute eine Immobilie kaufen, und erst Jahre später bemerken, daß der Verkäufer gar kein Recht hatte das Objekt zu verkaufen. Dabei gilt ähnliches wie bei Gebrauchtwagen – es ist sehr schwer beim Immobilienkauf NICHT in irgendeiner Form Lehrgeld zu zahlen.

Gesundheit

Das vierte häufige Anliegen vieler Neuankömmlinge ist das Gesundheitswesen. Paraguay ist nicht Deutschland; wenn es um das Gesundheitswesen geht, dann könnte der Unterschied nicht größer sein. Das staatliche Krankenhaus (=Armenkrankenhaus) ist nicht geeignet, Sie nach einem medizinischen Notfall oder bei Krankheit so zu versorgen, wie Sie das aus Europa gewohnt sind.

Es mangelt dort an allem, wirklich an allem. Manche Begleitpersonen, die verpflichtend beim Patienten bleiben müssen da es dafür keine Krankenschwestern gibt, schlafen auf einem Stuhl oder auf einem Karton am Boden. Und das manchmal über Wochen; es ist nicht einfach sich daran zu gewöhnen, wenn man aus der ersten Welt kommt. Brauchen Sie eine Operation müssen Sie selber (!) Spender finden die Blut hinterlegen; und zwar vorher (!) sonst werden Sie unter Umständen gar nicht operiert. Wieviele Leute kennen Sie, die für Sie bei Anruf zum Blutspenden kommen würden?

Ganz anders bei privaten Krankenhäusern; denn diese kosten auch etwas! Dort bekommen Sie ein Einzelzimmer und es gibt Krankenschwestern die sich um Sie kümmern. Falls Sie eine Begleitperson haben, dann gibt es für diese ein eigenes Bett in ihrem Zimmer. Jedoch hat alles seinen Preis – können Sie im Privatkrankenhaus nicht zahlen, dann gibt es auch keine Behandlung.

Viele Neuankömmlinge sind sich gar nicht bewußt was das heißt. Haben Sie keine Krankenversicherung, wollen aber trotzdem in einem Privatkrankenhaus gut versorgt werden, dann können Sie den Fahrer des Krankenwagens zu einem Zwischenstop beim Bankomaten überreden. Ich kenne Leute, die genau das getan haben; um 2 Uhr Nachts in Asuncion nach einem Autounfall. Fairerweise muß ich schon sagen, daß sich in den letzten ~5 Jahren viel verbessert hat. Manche staatlichen Krankenhäuser haben mittlerweile ganz gute Geräte bekommen und auch die Qualität der Erstversorgung ist bei häufigen Sachen (wie etwa Moto Unfall) durchaus ok. Für einen längeren Aufenthalt wollen Sie dort aber nach-wie-vor nicht liegen müssen.

Für manche Einwanderer, die keinen großen Luxus in ihrem Leben gewohnt waren, reicht das unter Umständen sogar. Als Österreicher bin ich jedoch etwas anderes gewohnt. Ich würde es nicht wollen, daß meine Frau oder meine Kinder unter solchen Bedingungen im Krankenhaus liegen müssen. Deswegen ist es dringend zu empfehlen sich mindestens Euro 5000,- für Notfälle in leicht verfügbarer Reserve zu halten, oder eine gute Krankenversicherung zu haben.

Als Anhaltspunkt können Sie für 2 Personen bis 60 mit Gs 457.000 (~Euro 80) im Monat einen brauchbaren Versicherungsplan bekommen. Für einen wirklich guten Plan für 2 Personen sollten Sie  hingegen ca Gs. 2.000.000 (~Euro 300) im Monat einplanen. Mehr Infos dazu finden Sie hier: http://paraguayprofis.com/krankenversicherung/

Investment – Geldanlage

Das fünfte häufige Anliegen vieler Neuankömmlinge ist die Geldanlage. Das geht von wundersamen Rendite-Versprechungen aus dem Internet bis zum Sparbuch bei einer Bank oder Kooperative. Kooperativen bieten auch heute noch bis zu 12% Zinsen im Jahr bei überschaubarem Risiko! Bei Banken, wo Ihre Einlage dafür gesichert ist, bekommen Sie noch um die 5-7%. Wo sonst können Sie derartige Renditen für Ihr Geld bekommen?

Jedoch muß Ihnen klar sein, daß es diese hohen Zinsen nicht ohne Risiko gibt. Geht etwa “ihre” Kooperative pleite, dann müssen Sie von einem Totalverlust Ihrer Anlage ausgehen. Weder der Staat noch irgendjemand sonst wird Ihnen helfen, oder gar Ihre Einlage ersetzen. Der Dachverband der Kooperativen selber (Incoop) listet seine Mitglieder nach drei Gruppen. A, B und C – wobei “A” bedeutet, daß die Kooperative alle Standards einhält und ihre Zahlen sowie die Gehälter der Chefs für die Incoop offen legt. “B” bedeutet man bemüht sich in dieser Richtung, hat aber noch einige Schritte zu gehen bis zu “A”. “C” bedeutet die Kooperative macht was sie will und erzählt keinem davon. Raten Sie mal wie die Mitglieder verteilt sind.

Bei den produzierenen Kooperativen waren es zB

  • A = 23
  • B = 14
  • C = 507

Wer bei einer “C” sein Geld anlegt, auch wenn dort vielleicht 18% Zinsen geboten werden, der möge bitte gleich ins Casino gehen und auf “rot” setzten. Da werden sogar 100% Rendite geboten und das Verlustrisiko ist mit 50:50 auch ganz ok im direkten Vergleich. Wenn Sie mit überschaubarem Risiko von den guten Zinsen in Paraguay profitieren wollen, dann hilft Ihnen sicher unser Ebook: “Investoren Ratgeber – Paraguay”

Geldanlage bei Anbietern von “alternativen” Projekten mit teilweise “unglaublichen” Renditeversprechen.

Wenn die Webseite des Anbieters noch so schön ist und es dort von Dr und DDr Titeln nur so wimmelt. Wenn Sie von der Ehrlichkeit des Anbieters 110% überzeugt sind – glauben Sie nichts, was Sie nicht selber überprüft haben! Speziell bei Projekten wie etwa Holzaufforstung, Zuckerrohranbau, Fischteichbeteiligung etc sind die versprochenen Renditen/Erträge in der Regel maßlos überzogen und entsprechen in keiner Weise den realen Preisen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn man Ihnen nicht einmal einen Titel für “Ihre” Investition geben will, sondern einen privaten Pachtvertrag anbietet. Dieses Vorgehen ist nicht seriös, da der Verkäufer sehr wohl weiß, daß solche Verträge in Paraguay nur wenig Rechtskraft haben und zB auch nicht vererbt werden können; sterben Sie dann bekommen Ihre Erben nichts, alles fällt zurück an den Verkäufer. Stirbt er, bekommen Sie nichts; alles geht an dessen Erben (bzw. Gläubiger im Falle einer Firma und deren Konkurs).

Wollen Sie ein bestehendes “gutgehendes” Geschäft übernehmen?

Gehen Sie davon aus, das Geschäft macht nur Verluste – sollte es anders sein; dann muß der Verkäufer das beweisen. Und ich meine beweisen und nicht behaupten. Auch in Paraguay gibt es ein Finanzamt und jeder Unternehmer muß mit seiner RUC Nummer Rechnungen ausstellen; wir machen das genauso. Behauptet der Verkäufer jetzt, das in Paraguay “keiner” das macht und “alle” nur schwarz kassieren, dann ist da schon ein Körnchen Wahrheit drinnen. Aber würden SIE das auch so machen, wenn Sie planen ihr Geschäft zu verkaufen? Würden Sie nicht wenigstens ein paar Monate ordentlich abrechnen, damit Sie für den möglichen Käufer einen Beweis haben, daß das Geschäft wirklich so gut läuft?

Besonders bei Geldsachen sollten Sie in Paraguay sehr vorsichtig sein, ansonsten gilt der Spruch: “In Paraguay macht der Neuankömmling ein kleines Vermögen, indem er ein großes mitbringt”

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