Weltwährung USD vor der Ablösung, oder doch nicht?

Treppe aus Dollar

Folgt man den Medienberichten der letzten Zeit über den Aufstieg von China oder der BRICS-Staaten, dann erscheint das Ende der Vormachtstellung des USD als Weltwährung nur eine Frage der Zeit. Ob eine solche Veränderung realistisch ist oder nur Wunschdenken mancher Gruppen, wollen wir uns in diesem Artikel genauer ansehen.

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Welche Eigenschaften braucht eine Weltwährung?

Damit die Währung eines Landes oder Blocks (wie EU) als Weltwährung in Frage kommt, müssen vor allem 3 Kriterien erfüllt sein.

  1. Militärische Supermacht
    Um eine Währung als Weltwährung zu etablieren, muß diese Währung in vielen Ländern für den Handel verwendet werden können. Dies ist nur dann möglich, wenn eine starke Militärmacht diese Handelswege sichert und im Falle von Konflikten unter den Handelspartnern für eine gewisse Sicherheit primär der Seewege sorgt.
  2. Stabilität und Vertrauen über die Zeit
    Eine Weltwährung muß von den Menschen auf der ganzen Welt als relativ stabil angesehen werden. Diese relative Stabilität muß auf jeden Fall höher sein als die Stabilität der lokalen Währungen. Nur dann wird der weltweite Handel in dieser Weltwährung auch von den Menschen als vorteilhaft angesehen.
  3. Die Versorgung der ganzen Welt
    Die Weltwährung muß in ausreichender Menge für den Bedarf der ganzen Welt zur Verfügung stehen. Was nutzt die beste Weltwährung, wenn es nicht genug davon gibt?

Militärische Supermacht

Bis zum 2. Weltkrieg war der internationale Handel vor allem innerhalb des Einflußbereiches des jeweiligen Imperiums möglich. Die Royal Navy des Britisch Empire sorgte also für die Sicherheit der eigenen Handelsschiffe und denen ihrer Handelspartner. Die Französische Flotte hatte die gleiche Aufgabe für Frankreich. Eine Globalisierung, wie wir sie heute kennen, wäre unter diesen Umständen niemals möglich gewesen.

Nach dem 2. Weltkrieg gab es jedoch nur mehr eine einzige starke Flotte auf der Welt; die US Navy. Aus strategischen Interessen heraus bot die USA im Kampf gegen den Kommunismus der Welt einen einzigartigen Deal an. Sicherheit auf allen Weltmeeren für alle befreundeten Staaten. Zum ersten Mal in der Geschichte hatten plötzlich auch kleine Länder ohne starke Flotte die Möglichkeit, ihre Waren auf dem Weltmarkt zu fairen Preisen anzubieten. Dies war die Geburt der heutigen Weltwirtschaft. Bis heute hat sich an den Grundlagen nichts geändert; bis heute wird die Sicherheit auf den Weltmeeren für den Welthandel primär durch die starkte Präsenz der US Navy gesichert.

Damit es auch wirklich für jeden Leser klar verständlich ist. Die US Navy ist auch 2023 stärker als alle anderen Flotten der gesamten Welt zusammengerechnet. Jeder der 11 Super-Carrier der USA ist für sich stärker als die meisten See- und Luftstreitkräfte vieler Staaten. Hier ein Ranking dazu: http://www.military-today.com/navy/top_10_navies.htm

Stabilität und Vertrauen

Die Weltwährung muß von den Menschen als wertvoll angesehen werden. Man muß dieser Währung mehr vertrauen als den eigenen, lokalen Währungen. Dazu muß die Währung über einen langen Zeitraum eine relative Stabilität bewiesen haben. Sie muß also gegen andere Währungen (weniger gegen Rohstoffe, wie Weizen oder Gold) über die Zeit relativ wertstabil sein.

Der USD hat seit dem Jahr 1971 etwa 83% seiner Kaufkraft gegenüber Gold durch Inflation verloren. Damit ist der USD trotzdem eine der stärksten Zentralbank-Währungen der Welt. Der Euro ist eine andere sehr starke Währung und hat innerhalb der ersten 20 Jahre seines Bestehens (2002-2022) gegenüber Gold ebenfalls rund 80% seines Wertes verloren. Konkret bekam man für 100 Euro in 2002 ganze 0,32 Unzen und nur mehr 0,06 Unzen in 2022.

Andere große Währungen, wie etwa Rubel (Rußland) oder gar Yuan (China), sind noch viel, viel schlechter. Selbst auf dem Hochpunkt des “Quantitative Easing” der FED in den USA während der SARS_CoV_2 Pandemie hat die frische Geldmenge in den USA nur rund 20% des in China gedruckten Geldes ausgemacht. Im Schnitt druckt die CCCP (kommunistische Partei Chinas) sogar zwischen 500% und 700% mehr frisches Yuan-Geld verglichen zum USD.

Auch Euro-Länder wie Italien oder Spanien hatten vor dem Euro regelmäßig zweistellige Inflationsraten im Jahr. Andere große Länder, wie etwa die Türkei oder Argentinien, kämpfen immer wieder mit Perioden von extremer Inflation von 90% PRO JAHR.

Warum der Guarani (PYG) von Paraguay die stabilste Währung von Südamerika ist, wird im Investoren Ratgeber Paraguay ausführlich erklärt.

Das Geld der ganzen Welt

Die Weltwährung muß in ausreichender Menge für die ganze Welt geschaffen werden. Dies passiert durch physisches Drucken von Banknoten und vor allem auch die digitale Schaffung von Giralgeld in gewaltigem Umfang.

Der Umfang der gesamten Weltwirtschaft befindet sich im Bereich von 10.000enden Milliarden USD pro Jahr. Damit wirklich ausreichend Kapital in der Weltwährung für alle zur Verfügung steht, muß die Weltmacht bereit sein, jedes Jahr ein großes Handelsdeffizit mit der Welt zu haben.

Es wird die Weltwährung im Austausch gegen Waren und Dienstleistungen in alle anderen Ländern exportiert. Dadurch wird die Wirtschaft in der Heimat stark unter Druck gesetzt. Ist die heimische Wirtschaft nicht sehr stark und sehr, sehr groß, dann kann das schnell zum Problem werden. Kleine Länder mit extrem starker Währung, wie etwa die Schweiz, können dieses Problem gut verstehen.

Ein Land, welches in seiner Wirtschaft auf den Export ausgelegt ist, wird also niemals die Weltwährung stellen können. Selbst bei weniger expansiver Geldpolitik von China wäre der Yuan nicht als Ersatz des USD geeignet. Zu sehr ist Peking auf den Export angewiesen. Gleiches gilt für den Euro-Raum mit Export Vize-Weltmeister Deutschland.

Beide Währungsräume haben durch die Überalterung viel zu wenige junge Menschen für den heimischen Konsum und müssen den Großteil der produzierten Waren und Dienstleistungen in das Ausland exportieren. MÜSSEN ist hier das entscheidende Wort, da vor allem junge Menschen zwischen 20 und 45 Jahren den Konsum und die Wirtschaft tragen. Diese jungen Menschen sind jedoch in den letzten 40 Jahren in der Masse nicht geboren worden. Ein Problem, mit dem Japan bereits seit über 20 Jahre zu kämpfen hat.

Der USD bleibt die einzige Alternative

Wenn wir uns die obigen Punkte vor Augen führen, dann wird sehr klar, daß es derzeit auf der Welt absolut keine Alternative zum USD als Weltwährung gibt. Weder die BRICS und schon gar nicht das alternde Europa stellen eine echte Alternative zum USD als Weltwährung dar.

Entsprechende Berichte in den Medien oder YouTube kann man also als das sehen, was sie letztlich sind: Wunschdenken von Menschen, welche die USA aus ideologischen oder wirtschaftlichen Gründen ablehnen.

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