Wasser in Paraguay

Wasser und Katze

Viel Wasser in Paraguay

Paraguay verfügt über die größte Trinkwasser Menge pro Einwohner der Welt.

Der “Guaraní Aquifer” liegt unterhalb von Brasilien, Argentinien und Paraguay. Dieser unterirdische Süßwasserspeicher hat eine Fläche von über 1 Million km² und stellt eine der größten Trinkwasser Reserven der Welt dar. Dieses Reservoir ist absolut riesig und an der tiefsten Stelle ganze 1800m tief. Ein unterirdisches Trinkwasser-Meer, welches ganz alleine alle 8 Milliarden Menschen für 200 Jahre mit Wasser versorgen könnte. Würde nur Trinkwasser entnommen, dann könnte jeder Menschen für über 1000 Jahre lang 9 Liter Wasser pro Tag erhalten.

Wieviel Wasser braucht der Mensch?

Unser Körper besteht zu etwa 75% aus Wasser. Daher ist es wichtig, dem Körper jeden Tag 2-3 Liter Wasser zuzuführen, damit alle physiologischen Vorgänge gut funktionieren können. Ohne Nahrung kann ein Mensch im Extremfall bis zu 3 Monate überleben, ohne Wasser nur wenige Tage. Gutes Wasser in großer Menge ist also von entscheidender Bedeutung für unser Leben.

Der tägliche Haushaltswasserverbrauch liegt in Deutschland bei etwa 130 Liter Wasser pro Tag. In den USA verbraucht jeder Haushalt etwa 295 Liter Wasser, während in Afrika die Menschen in vielen Gebieten mit 18 Liter Wasser pro Tag auskommen müssen. Bei einem Standard wie in Europa sollte man in Paraguay mit mindestens 150 Liter Wasser pro Tag kalkulieren. Wer auch noch Viehzucht oder Landwirtschaft betreiben möchte, wird klarerweise ein Vielfaches davon brauchen.

ESSAP öffentliche Wasserversorgung

Wer in der Stadt wohnt oder zumindest einigermaßen zentral in einem Dorf, der kann einen Anschluß an das öffentliche Wassernetz des staatlichen Versorgers ESSAP bekommen. ESSAP S.A. heißt “Empresa de Servicios Sanitarios del Paraguay” und hat die Aufgabe, die Haushalte in Paraguay mit Trinkwasser zu versorgen. Dieses Trinkwasser ist von sehr unterschiedlicher Qualität im Land. In vielen Teilen ist es Wasser aus einem Fluß und extrem stark mit Chlor behandelt. Paraguayer haben damit meist kein Problem, trinken dieses Wasser und kochen auch ihr Essen darin. Leider ist der Chlorgehalt dieses “Trinkwassers” aber teilweise höher als der Chlorgehalt von Pool-Wasser und damit für viele Auswanderer aus Europa nicht als Trinkwasser geeignet.

Vor allem im Großraum Asunción oder in anderen Städten verwenden Deutsche daher das Leitungswasser zum Befüllen ihres Pools, zum Duschen und für den Garten. Als Trinkwasser wird jedoch oft Flaschenwasser bevorzugt. Dabei kommen hauptsächlich 20 Liter Mehrweg-Behälter zum Einsatz, welche für Gs 10.000,- (~1.20 Euro) das Stück jede Woche frei-Haus geliefert werden.

Der eigene Brunnen

Die einfachste Lösung, zu eigenem Wasser in Paraguay zu kommen, ist es, einen Brunnenbauer zu beauftragen. Dabei wird ein Oberflächenbrunnen in der Regel von 1-2 Personen von Hand gegraben und dann mit Ziegelsteinen ausgemauert. Solche mit der Hand gegrabenen Brunnen können bis  zu 16+ Meter tief sein. Diese Knochenarbeit ist nicht nur hart, sondern gefährlich noch dazu. Es kommt dabei immer wieder zu schweren Unfällen. Trotzdem kann man willige Brunnengraber in fast jedem Dorf für relativ kleines Geld bekommen.

Das Problem mit dieser Art Brunnen ist die Wasserquantität und Wasserqualität. Sprechen wir zuerst über die Qualität. Sickerwasser und Sickergrube haben einen ähnlichen Wortstamm. In einem Land, wo jeder im Dorf seine eigene Sickergrube hat und Abwasser in keinster Weise gereinigt, gefiltert oder sonstwie aufbereitet wird, da landet alles irgendwann und irgendwie wieder im Grundwasser. Genau das gleiche Grundwasser, von dem der Oberflächenbrunnen sein Wasser entnimmt. Eine Wasseranalyse, zumindest auf den Gehalt von Fäkalbakterien, wäre sehr zu empfehlen.

Und dann ist da noch das Quantitätsproblem. In den meisten Jahren gibt es ja Wasser in Paraguay ohne Ende. So viel Wasser, daß die Gefahr einer Überflutung nach Starkregen deutlich größer ist als die Gefahr der Trockenheit. Aber eben nicht immer. In den ersten 9 Monaten des Jahres 2020 war zum Beispiel eine sehr große Trockenheit in Paraguay. Viele Oberflächenbrunnen sind in dieser Zeit einfach ausgetrocknet.

Die Lösung: Der eigene Tiefbrunnen

Ein Tiefbrunnen wird von einer professionellen Bohrfirma mit modernen Bohrmaschinen gebohrt und ist in der Regel zwischen 100 m und 300 m tief. Ziel ist es dabei, das unterirdische Wasser-reservoir des Guarani Aquifer anzubohren. Da Paraguay zu großen Teilen auf einem Süßwasser Meer liegt, ist es fast egal wo man bohrt; früher oder später erreicht man immer das Wasser.

Bei einem Preis von Gs. 200.000 (~Euro 30) pro Meter Bohrtiefe ist es jedoch ein Kostenfaktor, ob man nur 100 m bohrt, oder ob es 300 m werden, bis man Wasser hat. In jedem Fall muß eine Basaltschicht durchbohrt werden, welche das unterirdische Süßwasser vom Oberflächenwasser trennt. Nach Abschluß der Bohrarbeiten wird eine elektrische Pumpe im Bohrloch versenkt und wir haben eine eigene Wasserversorgung. Bis zu 5000 l die Stunde sind für einen normalen Hauswasserbrunnen möglich. Da die elektrische Pumpe ohne Strom nicht funktioniert hat sich zusätzlich zum Brunnen auch ein eigener Wasserturm sehr bewährt. In dem Fall hat man dann nämlich auch bei Stromausfall seine eigene Wasserreserve von 5000 Liter oder mehr.

Für das Bohren eines Brunnens auf dem eigenen Land braucht man in Paraguay fast nirgendwo eine Genehmigung. Wer auf eine komplette Insel-Lösung setzt, der kann seine Pumpe sogar mit Solarstrom betreiben, ist damit vom Stromnetz unabhängig und hat immer Wasser. Die Trinkwasserqualität kontrollieren wir mit einer abschließenden Wasseranalyse.

 

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