Solzialhilfe und Rente in Paraguay

Rentner in Paraguay bei einer Veranstaltung

Mindestsicherung

In einigen Ländern Europas wurde in den letzten Jahren das System der “Grundsicherung” oder “bedarfsorientierten Mindestsicherung” (BMS) eingeführt. In Österreich gibt es diese BMS seit September 2010 und sie beträgt Euro 838,- plus gratis Krankenversicherung. Diese Mindestsicherung steht grundsätzlich jedem Österreicher zu, sowie einigen anderen anspruchsberechtigten Gruppen.

In Paraguay wurde im August 2010 (also sogar 1 Monat früher) ein ähnliches System eingeführt. Das System heißt “Programa de Pensión Alimentaria” und ist beschränkt auf bedürftige ältere Staatsbürger über 65 Jahre und Veteranen des Chaco Krieges bzw. deren Erben. Außerdem dürfen keine offenen Strafverfahren gegen diese Personen bestehen, sonst erlischt der Anspruch. Dieses Programm ist Teil des Finanzministeriums im Rahmen der “Dirección de Pensiones No Contributivas” (DPNC). Um Teil dieses Programms werden zu können, sind KEINE vorherigen Beitragszahlungen notwendig und auch keine sonstigen Verpflichtungen damit verbunden.

Nur für Menschen über 65

Im Mai 2018 wurden exakt 199.609 Personen durch dieses Programm unterstützt, wobei die große Mehrheit von 190.528 ältere Personen über 65 Jahre in armen Verhältnissen waren. Im Unterschied zu Europa denkt in Paraguay also niemand daran, Leute im arbeitsfähigen Alter bedingungslos oder sonstwie staatlich zu erhalten. Dieses System schließt vielmehr die Lücke zwischen dem beitragsbasierten Pensionssystem (das gibt es auch!) und denjenigen Menschen, die in ihrem Leben keine Pensionsbeiträge geleistet haben. Jetzt im Alter leiden diese Menschen unter teils extremer Armut.

Rente nur für Einzahler

Ja, auch das ist ein Unterschied zu Europa! Wer in Paraguay ins Sozialsystem einzahlt, der ist auch versichert und erhält eine private oder staatliche Rente. Wer dies nicht macht, dem steht grundsätzlich auch keinerlei Leistung zu. Die Ausnahme ist dieses sehr vernünftige System, welches die manchmal extreme Armut älterer Menschen im Lande doch etwas lindert. Dafür wendet der Staat monatlich etwa 114.925 Millionen Guaraníes (~17,3 Millionen Euro) auf, was einer Leistung von ~Gs 530.000 (~80 Euro) pro Begünstigter und Monat entspricht.

Viel ist das nicht, aber es lindert zumindest die Not! Dieses Geld hilft den Familien dabei, auch die älteren Familienmitglieder mit Nahrung versorgen zu können. In Paraguay leben insgesamt etwa 400.000 Menschen über 65. Dieses Sozialprogramm unterstützt also fast jedem zweiten älteren Paraguayer. Die bescheidene Hilfe ist oft alles, was diese Menschen haben. Wie man gut erkennen kann, liegen zwischen den teils aufgeblähten Sozialsystemen der alten Welt und der Realität in einem 3. Welt Land doch Welten.

3 Kommentare zu “Solzialhilfe und Rente in Paraguay

  1. Guten Morgen
    Ich möchte, das die DRV meine Rente in Euro überweist. Nach dortige Anfrage wurde mir mitgeteilt das es nicht möglich ist !
    Ich habe durch die stetige Umwechslung erhebliche Verluste zu erleiden. 1. Von Euro nach Dollar US
    2. Von Dollar US nach Guaraní.
    Kennen Sie vielleicht eine Möglichkeit diese Umwechslung zu reduzieren?
    MfG
    Fred Hammann

    1. Es wäre möglich, die Rente auf ein EURO-Konto in Paraguay direkt zu bekommen. Manche Banken bieten neben den üblichen Konten in Guarani und US Dollar auch ein Konto in Euro an. Meist mit -2% Zinsen, das ist der Nachteil. Ich empfehle den Kunden meist die Rente auf ein Konto in DE zu bekommen und dann hier in Paraguay mit EC-Karte am Automaten zu beheben. Ist von der Bürokratie einfacher und von den Spesen meist billiger.

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