Zinserträge und Kooperativen in Paraguay

Incoop Paraguay

Zinserträge und Kooperativen

Viele Einwanderer in Paraguay nutzen das immer noch hohe Zinsniveau im Land und legen ihr Geld auf Festgeldkonten bei Kooperativen an. Es gibt sogar einige Familien, die rein von den Erträgen ihrer Geldanlage hier ganz gut leben können. Und das, ganz ohne einer Arbeit nachgehen zu müssen.

Auf den ersten Blick klingt das nach einer klaren Sache. Aber was genau hat es damit auf sich? Wie funktioniert das eigentlich? Dieser Beitrag soll Ihnen die Grundlagen vermitteln, um das Geld- und Kreditsystem in Paraguay zu verstehen.

Bank – Financiera – Cooperative. Was ist das überhaupt?

  • Banken

Eine Bank in Paraguay ist sehr ähnlich einer Bank in Europa. Es gibt eine Bankenaufsicht und strenge Regeln was Geldwäsche und die Herkunft des Geldes angeht. Es ist nicht unüblich, daß sie nach Erhalt einer Überweisung aus Europa die Herkunft dieses Geldes nachweisen müssen. Wollen Sie also bei einer Bank ein Konto oder ein Festgeldkonto (=Sparbuch) eröffnen, dann machen Sie sich auf einen mittleren Papierkrieg gefaßt.

Bei einer Bank können sie je nach Einlagenhöhe und Bindungsdauer mit 5-7% Zinsen im Jahr rechnen.

Positiv ist zu bemerken, daß ihre Einlage bei Banken mit einem Einlagensicherungsfonds der Banco Central del Paraguay gegen Ausfall geschützt ist. Dieser funktioniert in etwa gleich wie in Europa und deckt 75 Mindestlöhne pro Person ab; mit Stand 07/2018 entspricht dies bei einem Mindestlohn von Gs 2.041.000 etwa Gs 158 Millionen oder etwa Eur 24.000,-

  • Financieras

Financieras sind vor allem im Devisengeschäft tätig. Viele Geschäfte in Paraguay werden neben dem Guarani auch in U$ Dollar getätigt. Etwa in Ciudad del Este (riesige Freihandelszone) wo in U$ bezahlt wird oder beim Kauf von Luxusimmobilien oder Autos, welche üblicherweise ebenfalls in U$ bezahlt werden. Neben dem Devisengeschäft auch im Bereich der Klein- und Microkredite. Financieras gehören heute auch dem Einlagensicherungsfonds der Zentralbank an und sind in vielen Bereichen einer Bank sehr ähnlich, auch bei den Zinsen. Man kann sagen, das Ziel vieler Financieras ist es, einmal eine “richtige” Bank zu werden.

  • Kooperativen

Kooperativen gibt es in Paraguay wie Sand am Meer. Es gibt sehr kleine und einige ganz große. Manche sind im Bereich der Landwirtschaft selber als Produzent tätig, andere vergeben ausschließlich Kredite oder finanzieren Ratenkäufe und ähnliches. Alle Cooperativen werden von der INCOOP, dem Instituto Nacional de Cooperativismo betreut und überwacht. Die Aufsicht über die Cooperativen ist nicht vergleichbar mit der von Banken. Manche legen bei der INCOOP regelmäßig ihre Bilanzen vor, andere praktisch nie. Manche lassen sich regelmäßig von externen Prüfern kontrollieren, die Mehrzahl macht nichts davon.

Wer Paraguay nur ein wenig kennt, der weiß, daß wo keine Transparenz herrscht, oft unterschlagen und veruntreut wird, daß jeder vernünftige Mensch kaum glauben mag, daß so etwas in der heutigen Zeit überhaupt möglich ist. Doch ist, es. In Paraguay geht das. Die INCOOP veröffentlich regelmäßig eine Liste der Cooperativen und unterteilt diese nach Transparenz in Typ A oder B oder C.

“A” sind diejenigen Cooperativen, die regelmäßig ihre Zahlen vorlegen und einen entsprechend seriösen Eindruck hinterlassen. Die aktuelle Liste ist von 2016 und hat im Bereich “Produccion” genau 23 Einträge des Typos “A”. Etwa Bergthal, Chortitzer, Carlos Pfannl, Fernheim etc. Man kann schon sagen, daß Deutsche Cooperativen in diesem Bereich eher stark repräsentiert sind.

“B” sind diejenigen Cooperativen, die wenigstens ansatzweise Zahlen vorgelegt haben und sich zumindest bemühen halbwegs die Vorschriften einzuhalten. Die aktuelle Liste hat in im Bereich “Produccion” genau 14 Einträge des Typos “B”.

“C” sind alle anderen Cooperativen, welche sich nicht für eine der besseren Klassen qualifizieren konnten. Die aktuelle Liste hat im Bereich “Produccion” nicht weniger als 214 Einträge des Typos “C”. In den Bereichen “Ahorro y Credito” ist die Lage nicht unähnlich mit sagenhaften 507 Einträgen des Typos “C”. Diese Zahlen braucht man nicht weiter zu analysieren, sie sprechen sehr gut für sich selber.

Kooperativen planen zwar schon seit Jahren ebenfalls eine Einlagensicherung zu machen, aber bis heute ist das noch nicht der Fall. Geht eine Kooperative pleite, dann trägt der Anleger das volle Risiko! Geht eine Kooperative unter, ist mit einem Totalausfall ihrer Einlage zu rechnen.

Was für Kooperativen spricht, sind die höheren Zinsen im Vergleich zu Banken.
Wo das Risiko höher ist, ist auch die Risikoprämie = Zinsen, höher.

Hier ein Beispiel einer Kooperative aus Villarrica/Paraguay:

*Ahorro a Plazo fijo:

DESDE

HASTA

6 MESES

12 MESES

24 MESES

36 MESES

G. 1.000.000

G. 99.999.999

2,75%

8,00%

8,50%

9,00%

G. 100.000.000

G. 499.999.999

3,50%

9,00%

10,00%

 11,00%

G. 500.000.000

En adelante

4,00%

10,00%

11,00%

12,00%

Wie man sieht sind hier bei 3 Jahren Bindungsdauer bis zu 12% Zinsen im Jahr möglich. Wer also Gs 500 M anlegt bekommt dafür Gs 60 M im Jahr Ertrag – davon kann man in Paraguay durchaus leben.

Zu beachten ist dabei, eine jährliche Inflation von etwa 4%, welche zur langfristigen Kapitalerhaltung jedes Jahr investiert und nicht konsumiert werden sollte. Also bleiben inflationsbereinigt im Beispiel Gs 40 M im Jahr für den Konsum. Für eine Einzelperson ohne große Ansprüche, ist das immer noch ok.

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9 Kommentare zu “Zinserträge und Kooperativen in Paraguay

    1. Hallo Adrian und Loana!

      Die Zinsen sind unterschiedlich von Cooperative zu Cooperative – die super riskanten “C” Cooperativen zahlen in der Regel einige Extra-Risikoprozente.

      Die Banken haben ja eine Einlagensicherung und sind alleine deswegen schon zu ungünstigeren Konditionen genötigt – diese Sicherung muß ja auch jemand zahlen; und das ist der Sparer selber.
      Derzeit sind die guten Banken im Bereich um die 7% zu finden bei 3 Jahren Bindung (Stand 3/2018).

      Eine Liste welche Banken in Paraguay besonders gut sind wird jedes Jahr neu erstellt.
      Bei Beratungen erhalten die Leute eine Liste mit allen derzeit 1023 Cooperativen und deren jeweiliger aktueller Bewertung, sowie eine aktuelle Liste der besten 15 Banken.

  1. Ist es möglich diese Liste der “A” Cooperativen zu veröffentlichen, z. B. hier? Wie sieht es mit der brasilianischen Itaú aus, die ja enormen Zulauf hat. Gelten für diese Bank auch die hiesigen Gesetze der Einlagensicherung über die Zentralbank PY? Danke u LG von Heidi

    1. Hallo Heidi, die Itau Bank ist eine der Top 10 Banken in Paraguay und unterliegt klarerweise der Einlagensicherung. Für diese zusätzliche Sicherheit, sind die Zinsen auch entsprechend niedriger.
      Über die Rendite dieser Bank (und einiger anderer), sowie genaue Risikoeinschätzung und genaue, aktuelle Zinserwartungen plus vieles mehr gibt es in unserem
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  2. Guten Morgen, welchen Status ( A-C ) hat die von Ihnen im Beispiel beschriebene Kooperative in Villarica?
    Geht der Zinssatz derzeit nach unten? Ich hatte letztes Jahr noch von einem Zinssatz bei Festanlage 36 Monate
    von 14% gelesen?
    Besteht die Möglichkeit, über Online Banking Geld in Deutschland von dem eigenen Konto bei einer Kooperative
    abzubuchen?

    Danke für eine Antwort

    1. Hallo Tom, die beschriebene Cooperative ist Typ “A” und hat auch eine eingehendere Analyse im EBuch “Investoren Ratgeber – Paraguay”. Im EBook sind auch die jeweils aktuellen Zahlen und Zinsen jeder analysierten Kooperative. Die Zahlen im Artikel sind nicht mehr aktuell. Für zB 100 Millionen Gs auf 3 Jahre gibt es derzeit nur mehr 9.5% bei dieser Kooperative. Die Zinsen in Paraguay find generell am Sinken (das schon seit einigen Jahren); warum dies so ist steht ebenfalls in einem Kapitel des EBooks genau erklärt. Man kann derzeit noch immer bis zu 18% Zinsen bekommen, jedoch nur be vergleichweise hohem Risiko. Gute Kooperativen sind im Bereich 8-12% zu finden.

      Kooperativen sind KEINE Banken und haben deshalb auch keine Konten wie eine Bank. Wer bei einer Kooperative ein Konto hat, der kann auf die Kooperative etwas hin-überweisen und diese schreibt es dann gut. Will man einen direkten Zugriff auf sein Konto, dann ist eine Bank gefordert. Bei einer Bank in Paraguay hat man einen SWIFT Code + Kontonummer + Bankkarte + online Banking – genauso wie in Europa auch. Auch zu Banken gibt es eigenes Kapitel im Buch mit Erklärung der jeweiligen Vorteile und den 15 besten Banken in Paraguay + Zinsbeispiele.

  3. Danke für die transparenten Erklärungen … in Paraguay frägst du dich zu tode bekommst aber keine genauen Infos. Unsere Vermieter wollten und nicht mal sagen, bei welcher Cooperative sie ihr Geld anlegen. Als hätten sie Angst wir könnten es dort stehlen. Sehr gut finde ich wie genau auf die einzelnen Fragen eingegangen wird… Kein blabla … kein Drumherumreden um den heissen Brei… Danke .. macht kompetenten seriösen Eindruck. solche Infos bräuchte man auch zu allen anderen Bereichen .. Hauskauf .. Wasser- und Stromversorgung … eigene frische Quelle am Grundstück …. auch hier hört man alles … es gäbe keine selbstsprudelnden arthesischen Brunnen in Paraguay …. jemand kennt genau 3 Stück .. andere werben damit, dass auf ihren Grundstücken Quellen entspringen mit glasklarem sauberem Trinkwasser. was stimmt nun… ?

    1. Danke für das Lob. “bei welcher Cooperative sie ihr Geld anlegen” Vielleicht haben sie gar keine Ersparnisse? Die Leute die in Paraguay von ihrer Rente oder ihren Zinserträgen gut leben, bereiben in der Regel keine Pension oder Vermietung. Da ist es oft besser nicht zu persönlich zu fragen. Für Fragen betreffend Analysen einzelner Kooperativen und deren Zinsen und jeweiligen Risiken gibt es das Ebook “Investoren Ratgeber – Paraguay”. Wer Geld in Paraguay anlegen möchte, der sollte zumindest die Version “Silber” vorher gelesen haben.

      Zur Stromversorgung gibt es schon den einen oder anderen Artikel, ebenso zum Hauskauf. Weitere sind in Arbeit. Was das Wasser angeht muß man vor allem 3 Dinge wissen:
      A) Paraguay liegt auf einem riiiiiiesen großen Süßwasser See. Das wohl größte Trinkwasserreservoir der Welt! Um dieses Wasser zu erreichen, muß man einen Brunnen bohren der ca. 120-130m tief ist. Abhängig nach Lage kann das auch schon mal bis auf 200m oder nur 100m gehen. Das ist die übliche Versorgung mit Trinkwasser für ländliche Immobilien.
      B) In der Stadt (in Orten) gibt es auch normales Leitungswasser wie in Europa. Nicht unbedingt geschacklich gute Qualität. Die übliche Trinkwasserversorgung kommt in der Stadt von 20L Flaschen (für Gs 10.000/Euro 1.50 das Stück zur Haustüre geliefert). Dieses Wasser stammt seinerseits auf einem großen Tiefenbrunnen des Abfüllers.
      C) Oberflächenwasser ist stark verseucht. Abhängig von der Lage sind Oberflächenwasserbrunnen mit 6-8 oder auch 15m Tiefe teilweise extrem stark mit Aggro-chemie kontaminiert und nicht zum Konsum geeignet. In Paraguay gibt es praktisch niergends ein Kanalnetz. Alles geht ungeklärt ins Grundwasser. Auch kleine bis größere Städte verfügen über KEINE Kläranlagen – alles geht in den Fluß oder See!!!
      Lebt man natürlich am Rand eines Naturschutzgebietes am Berg und weit weg von jeder Landwirtschaft (hat also keinen Nachbar über sich, der dort zB Zuckerrohr anbaut!), dann kann man Quellwasser schon verwenden. Das ist jedoch ein großes “ABER” – in der Mehrzahl der Fälle wird man kleine Bäche oder Quellen eher nicht nutzen wollen – außer als Viehtränke.
      Paraguay ist größer als Deutschland und die Schweiz zusammen, von daher gibt es Gebiete auf die das mehr zutrifft und andere Gebiete wo es weniger stimmt – dazu sollte man jeden Fall individuell entscheiden.

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