Wenn eine Kooperative pleite geht

Kooperative

Geschichte einer Pleite

Wir gehen zurück in den August des Jahres 2015. Ort des Geschehens ist Coronel Oviedo, die Hauptstadt von Caaguazú. Es war im Vorfeld schon hinter vorgehaltener Hand geflüstert worden, aber genaues wußte keiner. Bei der ordentlichen Mitgliederversammlung einer großen Kooperative der Stadt, welche viele Jahre lang ein wirtschaftlicher Motor der Region war, kam es zum Paukenschlag. Ohne, daß es auf der Tagesordnung stand oder vorher angekündigt wurde, kam die Mitteilung: “Die Rechnungsprüfer der Aufsichtsbehörde der Kooperativen (Incoop) haben ein Konkursverfahren eröffnet.”

Bereits im Jahre 2014 war die Cooperative von der Incoop geprüft worden und Probleme wurden angesprochen. Im Jahre 2015 kamen die Prüfer wieder und stellten fest, daß sämtliche Auflagen der Behörde von der Geschäftsführung der Cooperative ignoriert worden waren. Schlimmer, die Zustände hatten sich noch weiter verschlechtert!

Als Folge davon verloren etwa 400 Sparer ihre gesamten Einlagen in der Höhe von etwa Gs 50 Mrd (~Eur 83 Millionen). Weiters betroffen waren etwa 25000 Mitglieder, vor allem Kleinbauern aus der Region. Was genau passiert ist, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Auch im Jahre 2018 ist noch kein Verantwortlicher gefunden oder gar angeklagt worden. Die Geschädigten sind teilweise sehr wütend, haben aber wenig Chancen auf Gerechtigkeit. Das Geld, Millionen von U$, ist einfach verschwunden!

100% Verlust für Anleger

Das Geld ist nicht verloren, es hat nur jetzt jemand anderes. Und diese Personengruppe kann das Geld auch gut nutzen, um sich vor dem Zugriff der Justiz zu schützen. Im Jahre 2014/2015 wurden in der Region von Kooperativen 11-14% Zinsen bezahlt. Diese spezielle Cooperative hat jedoch 16-20% geboten. So mancher hat diese Gelegenheit nicht verpassen wollen, und hat sich diese hohen Zinsen gesichert. Das Ergebnis war dann ein 100% Verlust des Kapitals.

Zur Erinnerung: Die Zinsen setzen sich zusammen aus dem Leitzins der Zentralbank und dem RISIKOAUFSCHLAG.

  • Im Jahre 2014 betrug der Leitzins in Paraguay zwischen 6,5% und 6,75%.
  • Bei Banken konnte man etwa 9%-10% Zinsen bekommen, mit Ausfallversicherung!
  • Bei Kooperativen mit gutem Kreditrating im Schnitt 11-12% (ohne Versicherung).

Zahlt eine Kooperative auffallend mehr, dann gibt es dafür immer einen guten Grund. Auch wenn dieser Grund für Sie als Außenstehenden nicht immer gleich zu erkennen ist. Der Dschungel der Banken und besonders der Kooperativen in Paraguay ist für den durchschnittlichen Anleger aus Europa nur sehr schwer zu durchblicken. Selbst Menschen die schon Jahre im Land leben, tun sich oft schwer die komplexen Zusammenhänge zu verstehen. Zu viele verlassen sich zu oft auf gute Ratschläge von “Freunden”. Manche dieser “Freunde” sind oft selber nicht besser mit der Materie vertraut oder haben ganz persönliche Interessen im Hintergrund.

Damit Ihnen so etwas nicht passiert, informieren Sie sich gut über eine Bank oder Kooperative bevor Sie dort Ihr Geld anlegen. Unser Ebook “Investoren Ratgeber – Paraguay” hilft Ihnen dabei!

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